Donnerstag, 24.04.2014

12:00 Uhr

Senioren-Mittagstisch

Gasthof Hirsch, Wildpoldsried

Freitag, 25.04.2014

19:30 Uhr

20:00 Uhr

Schützen: Meisterfeier

Schützenheim

Samstag, 26.04.2014

20:00 Uhr

Vivid Curls & Band

KULTIVIERT - Dorfsaal

Montag, 28.04.2014

16:00 Uhr

Kulturcafe geöffnet

KULTIVIERT - Kulturcafe

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Klärschlammvererdung

Wildpoldsried betreibt eine eigene Kläranlage mit der Ausbaugröße von ca. 2.600 Einwohnerwerten.

Anhand eines naturnahen Klärschlammvererdungssystems wird seit 1997 der anfallende Klärschlamm in wertvollen Humus umgewandelt. Der Stoffkreislauf für den Schlamm soll somit durch Verwertung im Landschaftsbau und für Rekultivierungsmaßnahmen geschlossen werden. Ziel der Schlammbehandlung ist es, ohne Einsatz von Chemikalien und Energie ein stabiles, lager- und transportfähiges, pflanzenverträgliches und hygienisch unbedenkliches Endprodukt zu erzeugen.

Wirkungsmechanismen beim Vererdungsprozess

Ein langfristiges Gedeihen von Schilf in Klärschlamm ist abhängig von der Schlammart und der Schlammgabe. Der Wasseranteil des Nassschlamms ist dabei weniger wichtig - es kommt auf die Flächenbelastung mit Trockensubstanz an. Bei aerob stabilisierten Schlämmen, wie sie bei der Tropfkörperanlage Wildpoldsried anfallen, kann mit einer Flächenbelastung von ca. 30 kg TS/(m*a) gerechnet werden. In diesem Klärschlamm gedeiht Schilf sehr gut und entwickelt äußerst dichte und produktive Bestände. Die reiche Nährstoffzufuhr führt im Halm zu verminderter Ausbildung des Festigkeitsgewebe. Ein gewisser Schutz vor Wind ist daher anzustreben. Im Laufe der Zeit differenziert sich in einem in Betrieb befindlichen Schilfbeet die ansteigende Klärschlammschicht in zwei Zonen mit unterschiedlicher Eigenschaft. Die obere Schicht ist schwarz gefärbt und von flüssig-breiartiger Beschaffenheit. Hier finden sich vorwiegend senkrecht wachsende Rhizome und Jungtriebe. An den Stengelknoten werden Wurzeln gebildet, wenn die Schlammschicht ansteigt. Die untere Schicht ist braun und besitzt ein krümeliges Gefüge. Hier bilden kräftige Rhizome ein dichtes Geflecht. Die mechanische Vernetzung vom Schlammteilchen durch die Wurzeln und der Wasserentzug durch die Pflanzen in wurzelnahem Bereich sorgen für die Schaffung luftgefüllter Poren. Außerdem wirkt die intensive Durchwurzelung einer Selbstabdichtung der Schlammschicht entgegen. Der Klärschlamm gibt im Schilfbeet allmählich sein Wasser ab. Die obere Schicht eines regelmäßig mit Klärschlamm beschickten Beets hat einen Wassergehalt von ca. 85 %. In der unteren Schicht sinkt der Wassergehalt auf ca. 75 %. Dies zeigt deutlich den Einfluss der Pflanzen, die über ihre Wurzeln gerade in den tieferen Schichten Wasser aufnehmen. Stellt man die Beschickung mit Klärschlamm ein, so sinkt der Wassergehalt innerhalt eines Jahres auf ca. 60 %. Der wasserarme und vererdete Klärschlamm besitzt einen krümelig-feste, nicht mehr schmierende Beschaffenheit.

Aufbau und Dimensionierung

Es wurden zur optimalen Entwässerung zwei streifenförmige Vererdungsbeete mit Folienabdickung zu den Seiten und zum Untergrund angelegt. Die Vererdungsbeete mit einer Länge von je 45 m und einer Breite von ca. 5 m kann somit leicht mit einem Bagger geräumt werden. Für die Nachrottung des nach 7 - 10 Jahren erstmalig ausgeräumten Materials, sollte eine Fläche von ca. 100 m zur Verfügung stehen. Das 1,2 m tiefe Folienbeet wurde mit einer Drainageleitung und einer ca. 35 cm starken, abgestuften Filterschicht versehen. Nach der Bepflanzung begannen im monatlichen Abstand Schlammgaben von ca. 20 m. Diese Schlammgabe entspricht jeweils einem Oberflächenauftrag von ca. 4 cm Naßschlamm. Nach der mechanischen Abtrocknung verbleibt eine Schicht von ca. 0,6 cm. Durch
Mineralisierung und Veratmung sinkt die durchschnittliche Schichtdicke pro Gabe auf ca. 0,5 cm. Bei 12 Gaben jährlich und 10 Jahren Betriebszeit bis zur ersten Räumung entsteht somit eine Schichtdecke von ca. 60 cm.
Bei der ersten Räumung werden 40 cm vererdetes Material entfernt - das entspricht einem Volumen von 180 m Humus. Umgerechnet auf die Betriebsjahre ist somit ein Humusanfall von ca. 20 m pro Jahr zu rechnen.
In den Folgejahren verringert sich der Räumturnus auf ca. 5 - 7 Jahre. Um einen gleichmäßigen Humusanfall zu erreichen, kann das Beet auh in verschiedene Zonen abgegrenzt werden. Das aus der Drainageleitung anfallende Filtratwasser (ca. 100 - 150 m/a) wird über einen Pumpschacht in den Kläranlagenzulauf zurückgeführt.

Zusammenfassung

Daten im Überblick:

Naßschlammanfall pro Jahr 250 m
Tockensubstandgehalt 60 kg/m
Jahrestrockensubstanz 15.000 kg
Vererdungsbeetfläche 450 m
Spez. Beetbelastung 33 kg TS/(m*a)
Jährlicher Schlammzuwachs im Beet 0,06 m
Standzeit des Beets vor erstmaliger Räumung ca. 10 a
Standzeit des Beets zwischen zwei Räumungen ca. 7 a

Jährlicher Humusanfall 20 m

Weitere Kontaktadresse: Schellheimer Landschaftsbau