Sonntag, 26.10.2014

14:00 Uhr

Historischer Rundgang

Treffpunkt:

20:00 Uhr

Kulturschmiede: Manitu's Schuh

KULTIVIERT - Dorfsaal

Montag, 27.10.2014

16:00 Uhr

Kulturcafe geöffnet

KULTIVIERT - Kulturcafe

Donnerstag, 30.10.2014

20:00 Uhr

Montag, 03.11.2014

16:00 Uhr

Energieberatung

Rathaus - Gemeinde Wildpoldsried

Alle Veranstaltungen

Brettstapelbauweise

Grundschule Wildpoldsried

Erstellungsjahr: 1996
Baukosten: 3,91 Mio. DM
Bruttorauminhalt: 4.775 m
Verbautes Holz 285,45 m
Nutzfläche 1.064 m
Bauherr: Gemeinde Wildpoldsried
Architektur: Peter Zwerch, Kempten
Statik: Prof. Natterer, Lausanne (Schweiz)

Situation:

Der bestehende Schulbau aus den Fünfzigern musste um vier Klassen, einen Mehrzweckraum, einen Werkraum und Nebenräume erweitert werden. Der dreigeschossige Neubau wurde mit einem brandsicheren Zwischenglied zum Altbau angeschlossen

Entscheidung:

Aus ökologischen Gründen, entschied sich die Gemeinde für den heimischen Baustoff Holz. Es wurde eine laminierte Massivholzbauweise in genagelter Form gewählt.
Wände, Decken sowie die Dachplatten wurden aus solchen vorgefertigten Elementen hergestellt. Die Geschossdecken sind für einen verbesserten Schallschutz und eine erhöhte Tragfähigkeit als Holz-Beton-Verbundkonstruktion ausgeführt. Damit begaben wir uns 1995 in Deutschland auf Neuland. Eine langwierige Genehmigungsphase war die Folge, da die Oberste Baubehörde Zuordnungsschwierigkeiten mit den im Verbund wirkenden Baustoffen Holz und Beton hatte.

Konstruktion

Dach und Geschossdecken spannen quer zur Gebäuderichtung und lasten auf den BSH-Stützen der Außenwand Süd, den Lärchenholzstützen vor der Glasfassade Nord sowie der Mittelwand. Die enormen Lasten der Mittelwand werden im Untergeschoß mit einem Parallam-Unterzug auf 6 BSH-Stützen (Durchmesser 34 cm) übertragen. Zur Ausstellung sind die Stahlbetonwand des Verbindungsteils und die Mittelwand mit einer BFU-Beplankung herangezogen.
Wände und Dach sind aus vorgefertigten Massivholzelementen hergestellt. Nagelschema und Elementverbindungen wurden dabei vom Statiker genau berechnet und vorgegeben. Eine Wandseite blieb dabei immer unbekleidet und erhielt lediglich ein helles Pigment als Anstrich, um dem Nachdunkeln der Fichte vorzubeugen. Die zweite Wandseite erhielt eine gefederte Gipsfaserplatte mit Dämmlage, um den erforderlichen Schalldämmwert von 47 dB im Schulbau zu erreichen. Aussenwände sind diffusionsoffen aufgebaut und haben auf der Dämmlage eine hinterlüftete Schale aus gestrichenen Sperrholzplatten.
Die Spannweite der beiden Geschoßdecken beträgt 8,20 m und erfordert eine Aufbau mit 18 cm Brettlamelen und 12 cm Aufbeton. Die beiden Schichten wirken als Zug- und Druckglied des Bauteils und müssen schubfest miteinander verbunden werden. dies geschah durch querlaufende, eingefräste Kerben und Spezialdübel, die vor dem Betonieren in das Holz eingeleimt und nach dem Aushärten des Betons angezogen wurden.
Die Unterseite der Decken ist als Akustikdecke sichtbar, das Gebäude durch die großen Holzoberflächen mit Augen, Nase und Händen als Holzbau erfahrbar. Für den Brandschutz erreichten wir problemlos die Feuerwiderstandsklasse F30. Dies reichte aus, da die Klassen im Obergeschoss übern einen Fluchtbalkon geräumt werden können.

Ökonomie

Die Kosten für die Grundschulerweiterung liegen um etwa 15 % unter den Kosten einer konventionell gebauten Schule mit gleichem Standard. Dies ist auf die sichtbaren Rohbauoberflächen, das geringe Flächengewicht der Konstruktion und nicht zuletzt auf die im Holzbau erforderliche Disziplin der Planer zurückzuführen.

Die Resonanz

Die einfache Bauweise überzeugt durch Materialautentizität der sichtbaren Rohbauoberflächen, durch behagliches Raumklima und durch überraschend niedrige Kosten, die mit einer konventionellen Bauweise durchaus konkurieren können. Die Nutzer und Besucher des Hauses erfahren durchwegs ein gesteigertes, körperliches und psychisches Wohlbefinden. Die Gemeinde schätzt an ihrem neuen Schulhaus die gute Akustik, die durch Einfräsen von Nuten in die Unterseite der Massivholzdecken erreicht wurde, sowie die freundliche Atmosphäre der Räume und die sympathische Farbgestaltung.