20:00 Uhr
"Beauty of voice" Konzertabend mit Stephanie Bornschlegl und Benjamin Haug
KULTIVIERT - Dorfsaal
13:00 Uhr
14:00 Uhr
Dorfmuseum, Wildpoldsried
16:00 Uhr
Rathaus - Gemeinde Wildpoldsried
19:00 Uhr
Schützenheim

Erstellungsjahr: 1996
Baukosten: 3,91 Mio. DM
Bruttorauminhalt: 4.775 m³
Verbautes Holz
285,45 m³
Nutzfläche 1.064 m²
Bauherr: Gemeinde Wildpoldsried
Architektur: Peter Zwerch,
Kempten
Statik: Prof. Natterer, Lausanne (Schweiz)

Aus ökologischen Gründen, entschied sich die Gemeinde für den heimischen Baustoff Holz. Es wurde eine laminierte Massivholzbauweise in genagelter Form gewählt.
Wände, Decken sowie die Dachplatten wurden aus solchen vorgefertigten Elementen hergestellt. Die Geschossdecken sind für einen verbesserten Schallschutz und eine erhöhte Tragfähigkeit als Holz-Beton-Verbundkonstruktion ausgeführt. Damit begaben wir uns 1995 in Deutschland auf Neuland. Eine langwierige Genehmigungsphase war die Folge, da die Oberste Baubehörde Zuordnungsschwierigkeiten mit den im Verbund wirkenden Baustoffen Holz und Beton hatte.

Dach und Geschossdecken spannen quer zur Gebäuderichtung und lasten auf den BSH-Stützen der
Außenwand Süd, den Lärchenholzstützen vor der Glasfassade Nord sowie der Mittelwand. Die enormen
Lasten der Mittelwand werden im Untergeschoß mit einem Parallam-Unterzug auf 6 BSH-Stützen
(Durchmesser 34 cm) übertragen. Zur Ausstellung sind die Stahlbetonwand des Verbindungsteils und
die Mittelwand mit einer BFU-Beplankung herangezogen.
Wände und Dach sind aus vorgefertigten
Massivholzelementen hergestellt. Nagelschema und Elementverbindungen wurden dabei vom Statiker
genau berechnet und vorgegeben. Eine Wandseite blieb dabei immer unbekleidet und erhielt lediglich
ein helles Pigment als Anstrich, um dem Nachdunkeln der Fichte vorzubeugen. Die zweite Wandseite
erhielt eine gefederte Gipsfaserplatte mit Dämmlage, um den erforderlichen Schalldämmwert von 47 dB
im Schulbau zu erreichen. Aussenwände sind diffusionsoffen aufgebaut und haben auf der Dämmlage
eine hinterlüftete Schale aus gestrichenen Sperrholzplatten.
Die Spannweite der beiden
Geschoßdecken beträgt 8,20 m und erfordert eine Aufbau mit 18 cm Brettlamelen und 12 cm Aufbeton.
Die beiden Schichten wirken als Zug- und Druckglied des Bauteils und müssen schubfest miteinander
verbunden werden. dies geschah durch querlaufende, eingefräste Kerben und Spezialdübel, die vor dem
Betonieren in das Holz eingeleimt und nach dem Aushärten des Betons angezogen wurden.
Die
Unterseite der Decken ist als Akustikdecke sichtbar, das Gebäude durch die großen Holzoberflächen
mit Augen, Nase und Händen als Holzbau erfahrbar. Für den Brandschutz erreichten wir problemlos die
Feuerwiderstandsklasse F30. Dies reichte aus, da die Klassen im Obergeschoss übern einen
Fluchtbalkon geräumt werden können.
Die Kosten für die Grundschulerweiterung liegen um etwa 15 % unter den Kosten einer konventionell
gebauten Schule mit gleichem Standard. Dies ist auf die sichtbaren Rohbauoberflächen, das geringe
Flächengewicht der Konstruktion und nicht zuletzt auf die im Holzbau erforderliche Disziplin der
Planer zurückzuführen.
Die einfache Bauweise überzeugt durch Materialautentizität der sichtbaren Rohbauoberflächen, durch
behagliches Raumklima und durch überraschend niedrige Kosten, die mit einer konventionellen
Bauweise durchaus konkurieren können. Die Nutzer und Besucher des Hauses erfahren durchwegs ein
gesteigertes, körperliches und psychisches Wohlbefinden. Die Gemeinde schätzt an ihrem neuen
Schulhaus die gute Akustik, die durch Einfräsen von Nuten in die Unterseite der Massivholzdecken
erreicht wurde, sowie die freundliche Atmosphäre der Räume und die sympathische Farbgestaltung.